Das Primaprojekt 2020 des Schwerpunktfachs Bildnerisches Gestalten stand unter dem Motto «Produktdesign». Die Schülerinnen und Schüler entwickelten Produkte zum Thema «Aufhängen». Doch nicht das fertige Produkt, sondern die Reichhaltigkeit des Weges war das Ziel.
Text Katharina Suhr
Fotos Katharina Suhr
Als Einstieg in das Projekt besuchte die Gruppe (Lernende der Klassen 20gFS und 20gQ) einen Workshop des Studiengangs «Industrial Design» unter der Leitung der Dozentin Nora Daton an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Basel und das Schaudepot von Vitra-Design in Weil am Rhein.
In 13 Zweiergruppen begannen nun die Lernenden, Produkte zum Thema «Aufhängen» zu entwickeln und ihre «Ideen gegen die Schwerkraft» auszuformulieren.
Das Produkt sollte ideal funktionieren, ideal aussehen und neuartig sein. In einem experimentierend-entdeckenden und schliesslich ergebnisorientierten Prozess fertigten die Schülerinnen und Schüler ein Einzelstück bzw. einen visualisierten Prototyp.
Ergänzend vertieft wurde das Projekt mit einer Referatsreihe zum Thema Design. Vielfältige Themenfelder wie «Werkstoffe», «Designkultur», «Popkultur» oder «ökologisches Design» konnten so beleuchtet werden.
Thomas Liebe von der Ad Rem Design AG aus Thun begleitete das Projekt und ermöglichte den Lernenden einen Einblick in das professionelle Industriedesign. Er hinterfragte die 13 Projekte während einer Zwischenpräsentation und half am öffentlichen Schlussevent, zusammen mit Andrea Stuker, die Projekte SOS und UP-BI-CYCLE zu jurieren.
Einblick in die Vielfalt der Produkte – Auszüge aus Projektbeschrieben
Nr. 1 SOS (Stifte-Ordnungs-System)
Das durchsichtige Plexiglas erzeugt eine Illusion, die Stifte scheinen in der Luft zu schweben. Die Gestalt des SOS ist auf das Nötigste reduziert worden. Durch den schlichten Stil und die minimalistische Form passt das SOS in jede beliebige Umgebung. Die geschwungene Form wurde durch Erhitzen und anschliessendes Biegen des Plexiglases erreicht. (Ursina Rubin und Elin Wittwer)
Nr. 2 PLAMP – where Plants and Lamps touch
Die PLAMP ist ein minimalistisches Dekorationsobjekt. Sie vereint Pflanze und Lampe. Durch die reduzierte Formgebung fügt es sich optimal und vielseitig in seine Umgebung ein. Das simple Design strahlt Ruhe aus und schafft Ordnung, während die Pflanzen belebendes Grün bringen. Die Plamp ist multifunktional: In der Küche beleuchtet sie gezielt Arbeitsflächen, während die Küchenkräuter ihren Nutzen entfalten können. In Wohnräumen können hängende Blätter mit den Lampen ein Lichtspiel entwickeln. (Atalja Tapis und Jael Tschanz)
Nr. 3 Kirschhangsäcke
Kirschschnaps, Kirschschokolade, Kirscheis, «Kirschstängeli»; Kirschen sind seit eh und je Inspirationen für verschiedene Produkte. So haben auch wir uns von dieser Frucht beeindrucken lassen. Das Resultat: Ein Produkt, das von spielerischer, praktischer und ästhetischer Natur ist. (Olivier Conrad und Myriam Trösch)
Nr. 4 Strahlendes Licht
So erfrischend und wärmend wie Wasser aus einer Dusche: eine handgefertigte Lampe, die aussieht wie eine Duschbrause, welche sich auch genauso einfach bewegen lässt. Hergestellt wird sie aus einem dunklen, rötlichen, harten Holz, was einen wohlig gemütlichen Effekt mit sich bringt. Durch die sanft geschliffenen Kanten fühlt sie sich angenehm in der Hand an.
Der Aufhänger der «Duschbrause» ist beweglich und kann in einem beliebigen Winkel verstellt werden. Das mit Holzringen ummantelte Kabel ist beweglich und in verschiedenen Längen erhältlich. (Vera Züblin und Maj Grogg)
Nr.5 Ausgebüchst (Lampe)
Wir verbinden Abfall mit Natur. Die metallisch glänzende Büchse wird durch Schichtholz an einem massiven Stück Holz befestigt. Nicht nur das Schichtholz ist beweglich, sondern auch die Büchse. Somit ist sie individuell verstellbar. Das Thema Metall zieht sich durch die Schrauben im Holz weiter. Die Büchse sieht nicht mehr aus wie Abfall, sondern verwandelt sich in dieser Komposition zu einer modernen, stylischen Nachttischlampe. (Aline Felber und Simone Siegenthaler)
Nr.6 UP-BI-CYCLE
UP-BI-CYCLE ist eine multifunktionale, aufhängbare, nachhaltige Sitzgelegenheit. Der Sitz wurde aus alten Fahrrad-Rädern gefertigt. Mit einem einfachen Seil kann dieser an einen beliebigen Ort angebracht werden. Die Kleiderbügel, welche als Aufhänggelegenheit für Bücher und Magazine dienen, sowie die Glühbirne sorgen dafür, dass man sich wohlfühlt, sobald man sich hineinsetzt. Sei dies im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Garten. (Carmen Simonis und Josin Zanker)
Nr. 7 Der Ditschling
Schmierige und schmutzige Hände beim Kochen gehören mit dem Ditschling der Vergangenheit an. Er ermöglicht, Flüssigkeiten, zum Beispiel Öl, handfrei und mit nur einer Bewegung in die Pfanne zu füllen. Ob offen platziert oder versteckt hinter Müslipackungen, Mehl oder Zucker, der Ditschling ist in jeder Küche ein nützlicher Helfer. (Gino Graf und Dominic Iseli)
Nr. 8 Die AufhängBar
Eine Bar, die zur Abwechslung mal hängt, statt fest auf dem Boden zu stehen. Die drei Seile, an denen die Bar aufgehängt wird, lassen sie scheinbar schwerelos im Raum hängen. Ob bei einer Hochzeit, einem Businessmeeting oder bei einem Grillnachmittag im Garten – die Aufhängbar ist passend für jeden Event. Dank ihres geringen Gewichts und der praktischen Aufhängmechanik kann die Bar innerhalb weniger Sekunden auf- und abgehängt werden. Damit ihre Party nicht in einem Scherbenhaufen endet, werden Teller und Schalen in Löchern versenkt, die das Kippen des Geschirrs verhindern. So bleibt die Bar auch beim Anstossen unversehrt. (Nathalie Gerber und Makra Ludwig)
Nr. 9 Recycling-Lampen
Plastiksäcke. Papiertüten. Zeitungen. Dinge, die einmal gebraucht werden und dann nur noch herumliegen. Mit der Serie «Recycling-Lampen» bekommen diese Dinge ein neues Leben und bringen Licht in die Welt.
Jede der Recycling-Lampen besteht aus einem LED-Leuchtmittel, welches von einem Lampenschirm umgeben ist. Letzterer wurde aus einem Gerüst aus Kupferdraht aufgebaut und anschliessend mit verschiedenen recycelten Materialien verziert. Bei der Wahl und der Anordnung dieser Materialien wurde auf das Licht geachtet. Zum einen die Lichtdurchlässigkeit des Materials oder, beim Fehlen dieser, auf die Anordnung. (Janine Möckli und Samira Rossi)












































