Editorial

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Poetry Slam, coroniert


Poetry Slam, coroniert


Seit 2013 bringt Slam@School die Live-Literatur auch ins Berner Klassenzimmer. Weit über 1000 Schüler*innen aus 60 Schulklassen haben seither ihren ersten Slam-Text für die Bühne geschrieben und wurden dabei von Slam-Profis gecoacht.

 

Text Katrin Ackermann

 

 

Während sechs Wochen wurde in Gymnasien und Berufsschulen der Deutschunterricht zum Experimentierfeld, so auch am Gymnasium FMS WMS Thun. Der geplante Poetry-Slam-Event, mittlerweile Tradition an unserer Schule, sowie das kantonale Finale konnten wegen der Pandemie allerdings nicht mehr stattfinden. Lesen Sie zwei Beispieltexte – damit nicht alle Texte in der Schublade verschwinden. Was fehlt? Die Performance, das Live-Erlebnis, das Publikum.

 

Leonie Borter, 21gR

Schuelsportaläss und die wos ärnscht nämä 

Bääm, Ghirnerschütterig des Lebens. Ig, ä eher durchschnittlich motivierti Sportschüelerin, gsee Stärndli. Während däm ig versuechä uszmachä, wo dä gottverdammt Ball härä isch und vorallem wellä Idiot so herrt schiesst, ertönt im Hindergrund ä Pfiff.

Hallelujah, ä chlini Verschnuufspousä. Da ig immerno so süessi, supertolli, sehr ahgnähmi Supernovas vor minä Ougä ha, stellä ig mig eher im hindere Bereich vo üsem Basketball Team uf.

Der Ball wird vomne Schiri, wottnem scho vo 10 Meter Entfernig ahgseesch, daser ifach mal so garkei Ahnig het, ufgworfä. Üses Gägnerteam, wo aller mindistens ei Chopf grösser si aus mir, ergrifft der Ball und stürmt was gisch was hesch uf üse Chorb zue.

Da ig ja immerno liecht benäblet dürd Wäutgschicht stoggle und wie bereits erwähnt im hindere Teil vom Basketballfäld stah, bi ig natürlich sozäges der Ändgägner vor übermotivierte Sportschüelerin, wo jetzt uf mig zuegraset chunnt.

Super … und ig ah dänkt, s seg ä gueti Idee, hiä hinde z stah … Chli z Spiili beobachte und wes nötig sötti wärdä, mig mau imnä Umkreis vomnä Biertecheli z bewegä. Aber neiiii, nid mit däm blitzschnälle Chnöiieli us schwarzem Stoff, Hut und Basketball, wo da wie e Blitz uf mig zuegrast chunnt.

Ig stellä mig also breitbeinig und liecht id Chnöi gneigt härä, genau eso, wies mir mi Sportlehrer sicher scho 123 mal zeigt het. Uuund rääätsch, no bevor ig überhoubt ha chönnä reagiere, wirde ig mitere Wucht, aus wär gad es Outo mit 100 kmh ich mig ihnä kesslet, putscht. Uffff.

Chrampfhaft versuechänig, mit de Armä ruedernd wie es jungs Vögeli, mis Gliichgwicht wieder z gfinde, während dämm der Ball im Chorb versänkt wird. Immerhin weissi jetzt, wär vorhär so hert het gschossä und dadermit no witeri vo minä eh scho nid überflüssig vorhandene Hirnzälle het abtötet.

Mit eim Schlag isch mini nur durchschnittlechi Motivation absolut im bodälosä versunke. Nidmau mitemnä Schüfeli würdschse jetzt no gfinde. Ä churzä Blick uf miner Teamkamerade verratet mer, dasses ihne ähnlich geit.

Woni hüt Morgä bi ufgstandä, ha ig mir dänkt, dass chönnt so öbbis wie luschtig wärde … Paar hundert Meitli zämä ire dezänt stickige Halle ihpfercht, wo gmüetlich chli Chörb machä. Haut das, wome undermä Plouschturnier versteit, oder!?

Die erschtä zwöi Spiili am Morgä si eigentlich ou voll easy gsii … Aber die Mannschaft hie isch es ganz anders Niveau. Jedä einzel us derä Mannschaft het so viu Motivation wie mir i üsere Gruppe auer zämä.

Nöie Ahpfiff, vom Schiri. Üses Gägnerteam übernimmt, wie chönnts ou anders sii, wiedermal der Ball und prescht ufä Chorb zue. Da üsi Gägner umzverreckä wei gwinnä, isch ihne jedes Mittel rächt. Es wird gellböglet, gschubst und tschegget.

Vor luter Unmotivation und em Ahblick vo däm Agressionspotential ufem Spiiufäud, wirdä ou ig ganz, ganz dezänt und mau nätt usdrückt ä chliiiiiii aapisst.

Wo wieder ä übermotivierti Spilerin ufe Basketballchorb zueseklet, stellä ig mig promt, mit eim Schritt zur Site, ihre i Wäg. Sie isch so überrascht, dass si während ihrem Tribble stogglet und der Ball chunnt, mit wasi muess zuegäh, ä chli Glück, i mini Händ.

Wau, das isch mi Momänt. Mini Chance, der Held z sii. Mini Cha… Bääääääääääm –  mitemnä ohrebetäubendä Knall lande ig ufem Hallebode. Auuuutsch! Jetzt het die stockdummi Pfunzle mir doch ärnsthaft i mim Flow äs Bei gstellt. Heiii, jetzt mal ärnsthaft …was söll daas?

Mini im Bodälosä verschwundnigi Motivation wandlet sich itz ändgültig inä chochendi, überdimensional grossi und fasch scho fasch wältäverschlingendi Wue um. Und das trotz, dasses doch eigentlich nid wichtig isch, will es isch ja numä Plousch!!

Natürlich hei mir dazumal das Spiil verlorä … Und weni hüt wieder drüber nachädänkä, uuuuuggghhhh.

Aber heyyy, ig cha guet verlüüre. Ächt. Kes Ding. Ig bi ä fridliebendä Mönsch, ig bi fürne gwaltfreii Gsellschaft und ig wünsche niemerem öbbis Schlächts. Und scho garnid wotti di beleidigä, wiu du a däm Tag «usversehä» ungfähr 4 mal i mig bisch ine gsecklet!

Aber das hie, das isch für di:

– Ig wünsche dir, dass dir öbber z Ändi vo dirä Lieblingsserie spoileret.

– Ig wünsche dir, dass du usversehä d Screenshots a dä Mönsch schicksch, bi dämmde d Screenshots gmacht hesch.

– Ig wünsche diir, dass dis Handy über Nacht nid ufladet.

– Ig wünsche dir, dass, we du ir Nacht im Dunklä uf z WC muesch, dassde di chlii Zeihä am Pfoste vom Bett ahschlahsch und am bestä z Schimmbei am Bettrand nogad derzue.

– Ig wünsche dir, dass dini Alu- und Klarsichtfolie niemeh glichmässig abrisst.

– Ig wünsche dir, dass du barfuess ufene Legostei steiisch.

– Ig wünsche dir, dass im Zug immer öbber näbä dir telefoniert.

– Ig wünsche dir, dass dir dis Trottinet ah di Fuesschnöchel brätschet.

– … Aber vorallem wünsche ig dir, dass du das hie körsch und weisch, dasses ah di grichtet isch.

 

 

 

Nico Stucki, 21gR

Ufem rote Platz

Äs isch Mänti, 12:15 im Seefäld; Im Unterricht macht sech ä generelli Resignation breit, und mini Geduld bim Rächne mit Buechstabe, was an sich scho ke Sinn macht, isch am Endi, und ich ha scho ahgfange, mich mit mier sälber über mi Läbenssinn zunterhalte.

Schliesslich erlöstnis dr Lehrer, und wie gstörti Grosis bimene Konzärt vom Peter Maffay stürmemer zu de Mikrowällene. So währendem Ahstah zmitts im Gedränge vo volle Ruckseck, nervende Quartaner, wo zwüsche de Bei umewusle, und schwitzende Rügge, (?), Rüggene, Rügges…? Isch ja glich;

… chunnt vo links die obligati Frag: Jaaa, wo ässemer de…?

Nachere demokratisch-diktatorisch-oligarchische Abstimmig wirdeni schliesslech gwaltsam überstimmt und me entscheidet sech füre rot Platz, mi absolut Lieblingsort zum Ässe bi ahgnähme 40 Grad Celsius im Schatte.

Mit üsem gwermtä Mikrowälle-Frass mache mier üs also ufe Wäg zu däm f****** rote Platz, d Klassekameradinne und dr Filip, mi Klassekolleg, i freudiger Erregig vor mier här hüpfend wie Chindergarte Chind ufem Wäg zur Lehrerin, damit sie us ihrerm Rüebli ä Flöte macht, und ig, mim Schicksal erläge, trotte hinder dri.

Ufem rote Platz ahcho, erwartet mi es Bild voller Schrecke: Vor mier usbreitet, es Meer vo sunnebrandgeile Studentinne und Studente, i irgendwelchne Posene ufem Bode am lige, am liebschte barfuess und halbnackt, und gmüetlech ihres Hippie-Zmittag am achwurge.

Und das isch scho dr erscht Moment woni mi frage: Wieso? Wöu dä Bode, ja dä Bode isch so heiss, dass i gspüre, wieni jedi Sekunde e Millimeter chlinder wirde, wöu unne a mine Schueh langsam d Sohle furtschmilzt. Und i frage mi, öb die penetrante Barfuess-Renés eigentlech keni Eutere hei ka, wo ihne bibracht hei, dassme ds Ässe amene Tisch isst, und nit näbe stinkende Füess und explodierende Schweissdrüesene!

I loufe also witer dür die Masse vo Fooby-Magazin-Läser zum letschtä Fläckli rote Platz, wo no isch übrig blibe. Uf mim Wäg köreni vo obe scho d Sunne lache und i d Hend chlatsche und säge: «Ha, am Nico, dem brägleni hüt so richtig inä übere Grind!»

Am Platz ahcho, setze sech aui so imene härzige Kreisli ufe Bode, i irgendwelchne komische Yoga-Positione, wo ki Normalstärbleche cha nachimache. I würdi mi ja oh sehr gärn häresetze, aber da ich miers gwahnet bi, ufem STUEHL zsitze, hani chli Müeh, i die richtigi Postion zfinde. Schnidersitz chunnt nit i Frag, normal dasitze sötime oh nit wäg üsne Rüggis, (?), Rüggüs, Rüggitis…? Löhmers.

Uf de Chnöi chame oh nit, ufem Buch wotti nit, das ischmer zvil Bodekontakt, und ufem Rügge erstickeni a mim Ässe.

Item, nachdem ich irgendwie Platz ha gno, chraue natürlech aui andere ihrer Sunnehüet und Sunnebrüllene füri, woni afe vorsichtshalber dehime ha vergässe, und schmiere sech Sunnecreme mit Schutzfaktor 300 i ds Gsicht. Zersch wotti ono chli schmarotze und für chli Creme bättle, aber när luegi so chli uf mini Huut, und die het scho sone liecht rötleche Glanz ahgno, drum hets sowiso ke Wärt meh.

När endlech, endlech darf ich mi mim Ässe widme. Mis Töperwehr isch so gross, dasi fasch ä eigete Rucksack muess mitneh, nume für mis Zmittag. Und i mim riesige Gschirli, wo so gross isch, dass, wenis nachem Wermä uftue, so viu Dampf use chunnt, wie bire Nebelshow vor Jennifer Lopez, ja i dem Gschirli ligt e sone richtig geili Rösti, schön bruun ahbrate wie mi Neckä, mit richtig viu Chäs drüber, und nebä dranne ligt ä Bratwurst ir Zwiebelesauce; schön saftig, eifach nume fantastisch. Mier luft grad so richtig ds Wasser ih mim Muul zemä und ich dürläbe grad e riesige kulinarische Orgasmus, wo uf zmau usem Gschirrli vom Filip links nebä mier e Stimm ertönt, voller Verzwiflig und Angst, und woni i das Gschirli ineluege, gsehni dert sone hässleche schrumplige Salat, wo fasch isch am ertrinke i sore bruune Brühe, und dr Salat luegt so ufe zum Filip, wo grad im Begriff isch mit sire Gable zue zstäche, und seit zuenem: «He Bro, ich würd mi imfau ni ässe, Mann, das isch für üs beidi ni so guet …»

I wende mi vo däm truurige Schouspiel ab und wetti mich wieder mir Rösti widme, aber vo rächts chunnt scho wieder äs nöis Grüsch, sehr viu penetranter das mau. Ir Gruppe nebä üs isst nämlech grad irgend sone PAM-Pinguin siner Spaghetti Bolognese und tönt derbi so luut, dass wäg sim Gschmatz i de Böim rundum d Spatze tot achi keiä und uf ihrne Rüggene, Rügginis, Rügg … rügg …

Ich bi langsam scho chli am Ahschlag, und uf mim Rügge fliesst mittlerwile sone Schweissfluss, dass d Niagarafäll vor Niid würde erblasse. Mi Blick schweift i üses härzige chline Kreisli, uf dr Suechi nach öperem, wos hie genau so scheisse findet wienig, aber miner Klassekolleginne si entweder dermit beschäftigt, irgend sone hässleche Quinoa-Salat-Matsch zverschlinge oder löffle zfride ire haube Avocado ume. Mi Appetit ischmer jitze endglültig vergange und verzwiflet wirfeni mini Gable ufe rot Platz. Alli luege erschrocke uf und starre mi entgeisteret ah. D Kollegin vis-à-vis streckt mer us Mitgfüehl ihri verblibeni Avocado-Häufti entgäge und fragt, öbi lieber die wetti ässe. Bevor i derzue chume, ihre mini Meinig zgigä, gspüreni ufzmau ä plötzleche Schmerz a mim Hinderchopf und äs wird mer churz schwarz vor de Ouge. I träie mi um und gseh 6 oder 7 möchtegärn-cooli Halbschüeh, wo uf die glorrichi Idee si cho, mitts im Getümmel Basketball zspile und so aui drumum chönne zbeidrucke. Voller Wuet liseni dr Bau uf und kickene am nechschtä Möchtegärn-Lebron voll i Buuch und und schreie die andere ah, dass sie oh gschider mau öpis würde lehrä übere Mittag anstatt hie ufem rote Platz ahnigslosi Bürger cho zgfährde mit ihrne Ballkünscht, de würdesi villicht nit so verblödet blibe wie jitze. När träie mi wieder um zu mire Gruppe, womi alli vorwurfsvoll ahluege, und schreie d Kollegin ah, womer immer no ihri Avocado-Hälfti entgäge streckt, dass sie sech die Avocado irgendwo häre chönni schiebe!!

Erschöpft nach dere ahstrengende Laudatio setze mi wieder häre, bereit zum ässe, und merke, dass mini Rösti mittlerwile schwarz isch worde.

 

 

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Verabschiedungen

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Seit 2013 bringt Slam@School die Live-Literatur auch ins Berner Klassenzimmer. Weit über 1000 Schüler*innen aus 60 Schulklassen haben seither ihren ersten Slam-Text für die Bühne geschrieben und wurden dabei von Slam-Profis gecoacht.

 

Text Katrin Ackermann

 

 

Während sechs Wochen wurde in Gymnasien und Berufsschulen der Deutschunterricht zum Experimentierfeld, so auch am Gymnasium FMS WMS Thun. Der geplante Poetry-Slam-Event, mittlerweile Tradition an unserer Schule, sowie das kantonale Finale konnten wegen der Pandemie allerdings nicht mehr stattfinden. Lesen Sie zwei Beispieltexte – damit nicht alle Texte in der Schublade verschwinden. Was fehlt? Die Performance, das Live-Erlebnis, das Publikum.

 

Leonie Borter, 21gR

Schuelsportaläss und die wos ärnscht nämä 

Bääm, Ghirnerschütterig des Lebens. Ig, ä eher durchschnittlich motivierti Sportschüelerin, gsee Stärndli. Während däm ig versuechä uszmachä, wo dä gottverdammt Ball härä isch und vorallem wellä Idiot so herrt schiesst, ertönt im Hindergrund ä Pfiff.

Hallelujah, ä chlini Verschnuufspousä. Da ig immerno so süessi, supertolli, sehr ahgnähmi Supernovas vor minä Ougä ha, stellä ig mig eher im hindere Bereich vo üsem Basketball Team uf.

Der Ball wird vomne Schiri, wottnem scho vo 10 Meter Entfernig ahgseesch, daser ifach mal so garkei Ahnig het, ufgworfä. Üses Gägnerteam, wo aller mindistens ei Chopf grösser si aus mir, ergrifft der Ball und stürmt was gisch was hesch uf üse Chorb zue.

Da ig ja immerno liecht benäblet dürd Wäutgschicht stoggle und wie bereits erwähnt im hindere Teil vom Basketballfäld stah, bi ig natürlich sozäges der Ändgägner vor übermotivierte Sportschüelerin, wo jetzt uf mig zuegraset chunnt.

Super … und ig ah dänkt, s seg ä gueti Idee, hiä hinde z stah … Chli z Spiili beobachte und wes nötig sötti wärdä, mig mau imnä Umkreis vomnä Biertecheli z bewegä. Aber neiiii, nid mit däm blitzschnälle Chnöiieli us schwarzem Stoff, Hut und Basketball, wo da wie e Blitz uf mig zuegrast chunnt.

Ig stellä mig also breitbeinig und liecht id Chnöi gneigt härä, genau eso, wies mir mi Sportlehrer sicher scho 123 mal zeigt het. Uuund rääätsch, no bevor ig überhoubt ha chönnä reagiere, wirde ig mitere Wucht, aus wär gad es Outo mit 100 kmh ich mig ihnä kesslet, putscht. Uffff.

Chrampfhaft versuechänig, mit de Armä ruedernd wie es jungs Vögeli, mis Gliichgwicht wieder z gfinde, während dämm der Ball im Chorb versänkt wird. Immerhin weissi jetzt, wär vorhär so hert het gschossä und dadermit no witeri vo minä eh scho nid überflüssig vorhandene Hirnzälle het abtötet.

Mit eim Schlag isch mini nur durchschnittlechi Motivation absolut im bodälosä versunke. Nidmau mitemnä Schüfeli würdschse jetzt no gfinde. Ä churzä Blick uf miner Teamkamerade verratet mer, dasses ihne ähnlich geit.

Woni hüt Morgä bi ufgstandä, ha ig mir dänkt, dass chönnt so öbbis wie luschtig wärde … Paar hundert Meitli zämä ire dezänt stickige Halle ihpfercht, wo gmüetlich chli Chörb machä. Haut das, wome undermä Plouschturnier versteit, oder!?

Die erschtä zwöi Spiili am Morgä si eigentlich ou voll easy gsii … Aber die Mannschaft hie isch es ganz anders Niveau. Jedä einzel us derä Mannschaft het so viu Motivation wie mir i üsere Gruppe auer zämä.

Nöie Ahpfiff, vom Schiri. Üses Gägnerteam übernimmt, wie chönnts ou anders sii, wiedermal der Ball und prescht ufä Chorb zue. Da üsi Gägner umzverreckä wei gwinnä, isch ihne jedes Mittel rächt. Es wird gellböglet, gschubst und tschegget.

Vor luter Unmotivation und em Ahblick vo däm Agressionspotential ufem Spiiufäud, wirdä ou ig ganz, ganz dezänt und mau nätt usdrückt ä chliiiiiii aapisst.

Wo wieder ä übermotivierti Spilerin ufe Basketballchorb zueseklet, stellä ig mig promt, mit eim Schritt zur Site, ihre i Wäg. Sie isch so überrascht, dass si während ihrem Tribble stogglet und der Ball chunnt, mit wasi muess zuegäh, ä chli Glück, i mini Händ.

Wau, das isch mi Momänt. Mini Chance, der Held z sii. Mini Cha… Bääääääääääm –  mitemnä ohrebetäubendä Knall lande ig ufem Hallebode. Auuuutsch! Jetzt het die stockdummi Pfunzle mir doch ärnsthaft i mim Flow äs Bei gstellt. Heiii, jetzt mal ärnsthaft …was söll daas?

Mini im Bodälosä verschwundnigi Motivation wandlet sich itz ändgültig inä chochendi, überdimensional grossi und fasch scho fasch wältäverschlingendi Wue um. Und das trotz, dasses doch eigentlich nid wichtig isch, will es isch ja numä Plousch!!

Natürlich hei mir dazumal das Spiil verlorä … Und weni hüt wieder drüber nachädänkä, uuuuuggghhhh.

Aber heyyy, ig cha guet verlüüre. Ächt. Kes Ding. Ig bi ä fridliebendä Mönsch, ig bi fürne gwaltfreii Gsellschaft und ig wünsche niemerem öbbis Schlächts. Und scho garnid wotti di beleidigä, wiu du a däm Tag «usversehä» ungfähr 4 mal i mig bisch ine gsecklet!

Aber das hie, das isch für di:

– Ig wünsche dir, dass dir öbber z Ändi vo dirä Lieblingsserie spoileret.

– Ig wünsche dir, dass du usversehä d Screenshots a dä Mönsch schicksch, bi dämmde d Screenshots gmacht hesch.

– Ig wünsche diir, dass dis Handy über Nacht nid ufladet.

– Ig wünsche dir, dass, we du ir Nacht im Dunklä uf z WC muesch, dassde di chlii Zeihä am Pfoste vom Bett ahschlahsch und am bestä z Schimmbei am Bettrand nogad derzue.

– Ig wünsche dir, dass dini Alu- und Klarsichtfolie niemeh glichmässig abrisst.

– Ig wünsche dir, dass du barfuess ufene Legostei steiisch.

– Ig wünsche dir, dass im Zug immer öbber näbä dir telefoniert.

– Ig wünsche dir, dass dir dis Trottinet ah di Fuesschnöchel brätschet.

– … Aber vorallem wünsche ig dir, dass du das hie körsch und weisch, dasses ah di grichtet isch.

 

 

 

Nico Stucki, 21gR

Ufem rote Platz

Äs isch Mänti, 12:15 im Seefäld; Im Unterricht macht sech ä generelli Resignation breit, und mini Geduld bim Rächne mit Buechstabe, was an sich scho ke Sinn macht, isch am Endi, und ich ha scho ahgfange, mich mit mier sälber über mi Läbenssinn zunterhalte.

Schliesslich erlöstnis dr Lehrer, und wie gstörti Grosis bimene Konzärt vom Peter Maffay stürmemer zu de Mikrowällene. So währendem Ahstah zmitts im Gedränge vo volle Ruckseck, nervende Quartaner, wo zwüsche de Bei umewusle, und schwitzende Rügge, (?), Rüggene, Rügges…? Isch ja glich;

… chunnt vo links die obligati Frag: Jaaa, wo ässemer de…?

Nachere demokratisch-diktatorisch-oligarchische Abstimmig wirdeni schliesslech gwaltsam überstimmt und me entscheidet sech füre rot Platz, mi absolut Lieblingsort zum Ässe bi ahgnähme 40 Grad Celsius im Schatte.

Mit üsem gwermtä Mikrowälle-Frass mache mier üs also ufe Wäg zu däm f****** rote Platz, d Klassekameradinne und dr Filip, mi Klassekolleg, i freudiger Erregig vor mier här hüpfend wie Chindergarte Chind ufem Wäg zur Lehrerin, damit sie us ihrerm Rüebli ä Flöte macht, und ig, mim Schicksal erläge, trotte hinder dri.

Ufem rote Platz ahcho, erwartet mi es Bild voller Schrecke: Vor mier usbreitet, es Meer vo sunnebrandgeile Studentinne und Studente, i irgendwelchne Posene ufem Bode am lige, am liebschte barfuess und halbnackt, und gmüetlech ihres Hippie-Zmittag am achwurge.

Und das isch scho dr erscht Moment woni mi frage: Wieso? Wöu dä Bode, ja dä Bode isch so heiss, dass i gspüre, wieni jedi Sekunde e Millimeter chlinder wirde, wöu unne a mine Schueh langsam d Sohle furtschmilzt. Und i frage mi, öb die penetrante Barfuess-Renés eigentlech keni Eutere hei ka, wo ihne bibracht hei, dassme ds Ässe amene Tisch isst, und nit näbe stinkende Füess und explodierende Schweissdrüesene!

I loufe also witer dür die Masse vo Fooby-Magazin-Läser zum letschtä Fläckli rote Platz, wo no isch übrig blibe. Uf mim Wäg köreni vo obe scho d Sunne lache und i d Hend chlatsche und säge: «Ha, am Nico, dem brägleni hüt so richtig inä übere Grind!»

Am Platz ahcho, setze sech aui so imene härzige Kreisli ufe Bode, i irgendwelchne komische Yoga-Positione, wo ki Normalstärbleche cha nachimache. I würdi mi ja oh sehr gärn häresetze, aber da ich miers gwahnet bi, ufem STUEHL zsitze, hani chli Müeh, i die richtigi Postion zfinde. Schnidersitz chunnt nit i Frag, normal dasitze sötime oh nit wäg üsne Rüggis, (?), Rüggüs, Rüggitis…? Löhmers.

Uf de Chnöi chame oh nit, ufem Buch wotti nit, das ischmer zvil Bodekontakt, und ufem Rügge erstickeni a mim Ässe.

Item, nachdem ich irgendwie Platz ha gno, chraue natürlech aui andere ihrer Sunnehüet und Sunnebrüllene füri, woni afe vorsichtshalber dehime ha vergässe, und schmiere sech Sunnecreme mit Schutzfaktor 300 i ds Gsicht. Zersch wotti ono chli schmarotze und für chli Creme bättle, aber när luegi so chli uf mini Huut, und die het scho sone liecht rötleche Glanz ahgno, drum hets sowiso ke Wärt meh.

När endlech, endlech darf ich mi mim Ässe widme. Mis Töperwehr isch so gross, dasi fasch ä eigete Rucksack muess mitneh, nume für mis Zmittag. Und i mim riesige Gschirli, wo so gross isch, dass, wenis nachem Wermä uftue, so viu Dampf use chunnt, wie bire Nebelshow vor Jennifer Lopez, ja i dem Gschirli ligt e sone richtig geili Rösti, schön bruun ahbrate wie mi Neckä, mit richtig viu Chäs drüber, und nebä dranne ligt ä Bratwurst ir Zwiebelesauce; schön saftig, eifach nume fantastisch. Mier luft grad so richtig ds Wasser ih mim Muul zemä und ich dürläbe grad e riesige kulinarische Orgasmus, wo uf zmau usem Gschirrli vom Filip links nebä mier e Stimm ertönt, voller Verzwiflig und Angst, und woni i das Gschirli ineluege, gsehni dert sone hässleche schrumplige Salat, wo fasch isch am ertrinke i sore bruune Brühe, und dr Salat luegt so ufe zum Filip, wo grad im Begriff isch mit sire Gable zue zstäche, und seit zuenem: «He Bro, ich würd mi imfau ni ässe, Mann, das isch für üs beidi ni so guet …»

I wende mi vo däm truurige Schouspiel ab und wetti mich wieder mir Rösti widme, aber vo rächts chunnt scho wieder äs nöis Grüsch, sehr viu penetranter das mau. Ir Gruppe nebä üs isst nämlech grad irgend sone PAM-Pinguin siner Spaghetti Bolognese und tönt derbi so luut, dass wäg sim Gschmatz i de Böim rundum d Spatze tot achi keiä und uf ihrne Rüggene, Rügginis, Rügg … rügg …

Ich bi langsam scho chli am Ahschlag, und uf mim Rügge fliesst mittlerwile sone Schweissfluss, dass d Niagarafäll vor Niid würde erblasse. Mi Blick schweift i üses härzige chline Kreisli, uf dr Suechi nach öperem, wos hie genau so scheisse findet wienig, aber miner Klassekolleginne si entweder dermit beschäftigt, irgend sone hässleche Quinoa-Salat-Matsch zverschlinge oder löffle zfride ire haube Avocado ume. Mi Appetit ischmer jitze endglültig vergange und verzwiflet wirfeni mini Gable ufe rot Platz. Alli luege erschrocke uf und starre mi entgeisteret ah. D Kollegin vis-à-vis streckt mer us Mitgfüehl ihri verblibeni Avocado-Häufti entgäge und fragt, öbi lieber die wetti ässe. Bevor i derzue chume, ihre mini Meinig zgigä, gspüreni ufzmau ä plötzleche Schmerz a mim Hinderchopf und äs wird mer churz schwarz vor de Ouge. I träie mi um und gseh 6 oder 7 möchtegärn-cooli Halbschüeh, wo uf die glorrichi Idee si cho, mitts im Getümmel Basketball zspile und so aui drumum chönne zbeidrucke. Voller Wuet liseni dr Bau uf und kickene am nechschtä Möchtegärn-Lebron voll i Buuch und und schreie die andere ah, dass sie oh gschider mau öpis würde lehrä übere Mittag anstatt hie ufem rote Platz ahnigslosi Bürger cho zgfährde mit ihrne Ballkünscht, de würdesi villicht nit so verblödet blibe wie jitze. När träie mi wieder um zu mire Gruppe, womi alli vorwurfsvoll ahluege, und schreie d Kollegin ah, womer immer no ihri Avocado-Hälfti entgäge streckt, dass sie sech die Avocado irgendwo häre chönni schiebe!!

Erschöpft nach dere ahstrengende Laudatio setze mi wieder häre, bereit zum ässe, und merke, dass mini Rösti mittlerwile schwarz isch worde.

 

 

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