Text Josef Stirnimann
Eine Ära geht zu Ende – der langjährige Rektor und Wirtschaftslehrer, Hans-Ueli Ruchti, geht auf Ende Schuljahr 19/20 nach 33 Jahren verdienstvoller Tätigkeit in Pension.
Hans-Ueli Ruchti hat seine Karriere 1987 als Lehrer für Wirtschaft und Recht am damaligen Gymnasium und an der Handelsmittelschule Thun gestartet. Als Quereinsteiger mit Berufsabschluss Elektroniker, mehrjähriger Berufserfahrung, nachgeholter eidg. Matura, anschliessendem Wirtschafts- und Lehramtsstudium hat sich früh schon gezeigt, dass in ihm nicht nur die Qualitäten eines engagierten Lehrers, sondern auch Leitungs- und Führungskompetenzen stecken. Folgerichtig wählte ihn die Schulkommission 1994 als Prorektor in die Schulleitung. Er war massgeblich in der Mitverantwortung beim grossen gymnasialen Reformprozess von der Überführung der Maturatypen in das neue MAR-Regime (Maturaanerkennungsreglement) mit Schwerpunkt- und Ergänzungsfächern sowie der Maturaarbeit.
Als Prorektor verantwortlich für die Stunden- und Pensenplanung sowie als Prüfungsleiter der Matura ging er die unterschiedlichen Aufgaben, Anliegen, Sorgen und Nöte der Lehrpersonen aber auch derjenigen der Schüler und Schülerinnen mit viel Empathie und Verständnis an.
Seine besonnene und geduldige Art und auch seine Beharrlichkeit und Umsicht für die Sache machten ihn wie geschaffen für die Funktion als Rektor, die er ab dem Schuljahr 2001/2002, als Nachfolger von Peter Jaggi, dann auch übernahm. Die zehn folgenden Jahre prägte er mit seiner Hartnäckigkeit für die zwingend nötige Erweiterung des Schulstandortes Gymnasium Thun-Schadau, die mit dem Bezug des Neubaus im Januar 2011 ihren erfolgreichen Abschluss fand.
Die Schule entwickelte sich unter seiner Führung zu einer vielfältigen gymnasialen Bildungsinstitution mit über 50%-Anteil an Schüler/-innen mit zweisprachiger Matura (französisch oder englisch) und attraktivem Wahlangebot sowie zur MINT-Projektschule. Ein grosses Anliegen war ihm in seiner Zeit als Rektor die Integration der digitalen Instrumente und Hilfsmittel in den Unterricht bzw. die Aufwertung von Informatik als Unterrichtsfach. Er trieb die Laptop-Klassen und die Ausstattung der Schulzimmer mit digitalen Wandtafeln voran, was ihm schon lange vor BYOD eine Herzensangelegenheit war.
Ab dem Schuljahr 2013/14 galt es aber zuerst ein anderes, die Schule grundlegend prägendes Projekt umzusetzen – die Fusion der beiden Thuner Gymnasien Seefeld mit Fachmittelschule und Schadau mit Wirtschaftsmittelschule. Hier kamen seine menschlichen, aber auch organisationstheoretischen Kompetenzen ganz besonders zum Tragen. Mit seiner ruhigen und besonnenen Art, seiner Überzeugung und der Fähigkeit, die Menschen mit ins Boot zu nehmen, bewältigte er diese von der Politik auferlegte Hauruckübung, ohne dabei die Lehrpersonen und Mitarbeitenden vor den Kopf zu stossen.
In seinen drei letzten Jahren gelang ihm dann doch noch ein grosser digitaler Sprung in der gymnasialen Bildung. Im Rahmen des von ihm geleiteten Projekts «digitun» vollzog die Schule den Schritt vom analogen zum digital unterstützten Unterricht. Im Zentrum steht dabei die Ausstattung aller Schüler/-innen mit mobilen digitalen Geräten, dem Fitmachen der Lehrpersonen im Umgang mit den digitalen Tools und die Aufrüstung der digitalen Infrastruktur.
Hans-Ueli Ruchti übergibt die Leitung einer funktionierenden, bewegten und vielfältigen Mittelschule in Zeiten grosser Herausforderungen (anstehende Erweiterung und Sanierung am Standort Schadau, Digitalisierung und Corona-Pandemie). Wir alle mögen ihm den mehr als verdienten Ruhestand von Herzen gönnen und wünschen ihm und seiner Familie viel erholsame Zeit, Musse für persönliche Projekte und eine gute Gesundheit.











































