Editorial

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На здоровье / Na zdoróvje – wohl bekomm’s!


На здоровье / Na zdoróvje – wohl bekomm’s!


Für die Schülerinnen und Schüler des Freifachs Russisch war ein Höhepunkt des vergangenen Schuljahres kulinarischer Natur: Ein gemütlicher Abend, an dem wir russische Spezialitäten zubereiteten und anschliessend in lockerer Atmosphäre geniessen konnten, im Hintergrund dazu slawische Musik.

 

Text Jacqueline Sposato

Fotos Jacqueline Sposato

 

Wie in Russland bei festlichen Anlässen üblich haben acht Schülerinnen und zwei Schüler einen reichlich gedeckten Tisch mit vielen verschiedenen Köstlichkeiten hingezaubert. Das meiste davon ist in gemeinsamer Arbeit bei gemütlichem Plaudern in der Seefeld-Küche entstanden, ein paar wenige Gerichte wurden von einigen Schüler*innen und der Lehrkraft bereits zu Hause vorbereitet. So ist folgende kulinarische Vielfalt entstanden:

Ein Borschtsch (борщ):

Die russisch-ukrainische Randensuppe, deren Zubereitung manch einem leichter fällt als die Aussprache ihres Namens. Wie es sich gehört mit ganz viel Dill und Sauerrahm obendrauf. Ein Klassiker unter den vielen russischen Suppen.

 

Blini (блины):

Pfannkuchen, die ihre Tradition in der Máslenitsa, der russischen Fasnacht, haben. An unserem Abend mit geräuchertem Lachs, Dill und Sauerrahm aufgetischt. Lachs musste an Stelle von Kaviar hinhalten …

 

Pelmeni (пельмени):

Die etwas anderen «Ravioli» aus Sibirien. Der Name stammt aus der im Uralgebiet gesprochenen udmurtischen Sprache und heisst so viel wie «Brotohr». Die Pelmeni waren ein beliebtes Gericht der Kutscher auf ihren langen Reisen durch das kalte Sibirien. Zu Hause vorbereitet und eingefroren – dazu brauchte es natürlich keinen Tiefkühler – waren sie stets vorrätig. Ein Feuer, ein Kessel und etwas Schnee – und schon war eine wärmende, sättigende Speise auf dem Teller. Ein wahrer Russe geniesst auch diese Speise getunkt in Smetána (Sauerrahm) und Dill.

 

Salat Olivier (салат Оливье):

Was wir hier schlicht «russischen Salat» nennen, ist im Herkunftsland unter dem Namen seines Schöpfers bekannt, einem französischen Koch am Zarenhof. Dieser Salat darf in Russland auf keinem Festtisch fehlen, aber selbstverständlich nicht in der wenig ansprechenden Version aus der Dose, sondern frisch zubereitet.

 

Piroggen (пирожки):

Teigtaschen mit zwei verschiedenen Füllungen, einmal salzig, einmal süss.

 

Und schliesslich «Na dessjért» (на десерт): Blini in ihrer süssen Variante (mit Zwetschgenkompott), ein Russenzopf und eine Charlotte Russe. Letztere Nachspeise soll ebenfalls die Erfindung eines französischen Zaren-Kochs (Antonin Carême) sein. Wie andere Zaren zuvor, holte sich auch Alexander I. die renommiertesten Köche an den Palast: Westen trifft Osten, oder auf Russisch: запад встречает восток (sápad wstretscháet wostók).

 

Zum Anstossen gab’s zwar keinen Wodka, dafür Kwass (Getränk aus gegärtem Brot) direkt aus dem Russenshop. Und da sagen wir…: Nein, nicht «Na sdoróvje», denn so prostet nur, wer Russisch in alten Schwarzenegger- oder James Bond-Filmen gelernt hat. Wir aber sagen – ganz im Sinne eines Toasts – «Sa sdoróvje» und hoffen dabei, es möge nützen! Doch sollten wir jemals russische Gäste zu Hause haben, die sich fürs Essen bedanken, dann ist als Antwort durchaus «na sdoróvje» angebracht: Dann wünschen wir dem Gast, unser Essen möge seiner Gesundheit guttun, also eben «wohl bekomm’s»!

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На здоровье / Na zdoróvje – wohl bekomm’s!


Für die Schülerinnen und Schüler des Freifachs Russisch war ein Höhepunkt des vergangenen Schuljahres kulinarischer Natur: Ein gemütlicher Abend, an dem wir russische Spezialitäten zubereiteten und anschliessend in lockerer Atmosphäre geniessen konnten, im Hintergrund dazu slawische Musik.

 

Text Jacqueline Sposato

Fotos Jacqueline Sposato

 

Wie in Russland bei festlichen Anlässen üblich haben acht Schülerinnen und zwei Schüler einen reichlich gedeckten Tisch mit vielen verschiedenen Köstlichkeiten hingezaubert. Das meiste davon ist in gemeinsamer Arbeit bei gemütlichem Plaudern in der Seefeld-Küche entstanden, ein paar wenige Gerichte wurden von einigen Schüler*innen und der Lehrkraft bereits zu Hause vorbereitet. So ist folgende kulinarische Vielfalt entstanden:

Ein Borschtsch (борщ):

Die russisch-ukrainische Randensuppe, deren Zubereitung manch einem leichter fällt als die Aussprache ihres Namens. Wie es sich gehört mit ganz viel Dill und Sauerrahm obendrauf. Ein Klassiker unter den vielen russischen Suppen.

 

Blini (блины):

Pfannkuchen, die ihre Tradition in der Máslenitsa, der russischen Fasnacht, haben. An unserem Abend mit geräuchertem Lachs, Dill und Sauerrahm aufgetischt. Lachs musste an Stelle von Kaviar hinhalten …

 

Pelmeni (пельмени):

Die etwas anderen «Ravioli» aus Sibirien. Der Name stammt aus der im Uralgebiet gesprochenen udmurtischen Sprache und heisst so viel wie «Brotohr». Die Pelmeni waren ein beliebtes Gericht der Kutscher auf ihren langen Reisen durch das kalte Sibirien. Zu Hause vorbereitet und eingefroren – dazu brauchte es natürlich keinen Tiefkühler – waren sie stets vorrätig. Ein Feuer, ein Kessel und etwas Schnee – und schon war eine wärmende, sättigende Speise auf dem Teller. Ein wahrer Russe geniesst auch diese Speise getunkt in Smetána (Sauerrahm) und Dill.

 

Salat Olivier (салат Оливье):

Was wir hier schlicht «russischen Salat» nennen, ist im Herkunftsland unter dem Namen seines Schöpfers bekannt, einem französischen Koch am Zarenhof. Dieser Salat darf in Russland auf keinem Festtisch fehlen, aber selbstverständlich nicht in der wenig ansprechenden Version aus der Dose, sondern frisch zubereitet.

 

Piroggen (пирожки):

Teigtaschen mit zwei verschiedenen Füllungen, einmal salzig, einmal süss.

 

Und schliesslich «Na dessjért» (на десерт): Blini in ihrer süssen Variante (mit Zwetschgenkompott), ein Russenzopf und eine Charlotte Russe. Letztere Nachspeise soll ebenfalls die Erfindung eines französischen Zaren-Kochs (Antonin Carême) sein. Wie andere Zaren zuvor, holte sich auch Alexander I. die renommiertesten Köche an den Palast: Westen trifft Osten, oder auf Russisch: запад встречает восток (sápad wstretscháet wostók).

 

Zum Anstossen gab’s zwar keinen Wodka, dafür Kwass (Getränk aus gegärtem Brot) direkt aus dem Russenshop. Und da sagen wir…: Nein, nicht «Na sdoróvje», denn so prostet nur, wer Russisch in alten Schwarzenegger- oder James Bond-Filmen gelernt hat. Wir aber sagen – ganz im Sinne eines Toasts – «Sa sdoróvje» und hoffen dabei, es möge nützen! Doch sollten wir jemals russische Gäste zu Hause haben, die sich fürs Essen bedanken, dann ist als Antwort durchaus «na sdoróvje» angebracht: Dann wünschen wir dem Gast, unser Essen möge seiner Gesundheit guttun, also eben «wohl bekomm’s»!

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