Text Ivo Haag
Illustration Samuel Rauber
Beitragsbild Joana Howald
«Я работаю на урок?» oder «Я работаю в уроке?» oder vielleicht gar «Я работаю на уроке?»? Oje… mit solchen Sätzen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der Quarta, welche sich im November entschieden hatten, Russisch zu lernen, um dann 2023 vielleicht gar eine Russischmatura in der Tasche zu haben. Recht mutig, recht neugierig und mit vielen Talenten ausgestattet sind sie und lernen «von Null» auf – oder с азов, quasi «von den Buchstaben» her. Und beim Lernen helfen in der Klasse auch immer die beiden, welche Russisch sozusagen von «Kindesbeinen» an schon können, auf Russisch «von den Windeln» an – «с пелёнок». Es klingt so einfach, wenn die beiden reden! Vielleicht ist das so, weil die anderen Russischschüler und Russischschülerinnen sich auch schon an den Klang dieser Sprache gewöhnt haben – trotz viel Videochat. Das macht Mut!
Wenn man aber auf dieses ausserordentliche erste Russischsemester – der Start war erst Ende Januar – schaut, dann muss man schon sagen, dass die «Russen» und «Russinnen» schon viel gelernt haben: Sie können kyrillisch schreiben und auch erklären, woher dieses Alphabet stammt. Sie verstehen, was ein «Präpositiv» ist und wissen, dass auch Brian und die Fans von Monty Python sich mit Richtungsangaben und Ortsangaben beschäftigen. Sie haben schon mehrmals erlebt, wie bedeutsam und bedeutungsunterscheidend «Stimmhaftigkeit» und «Stimmlosigkeit» oder auch die «Palatalisierung» sein können. Und sie haben somit in den letzten Wochen wohl auch gemerkt: «Je tiefer der Wald, desto mehr Holz.» – «Чем дальше в лес, тем больше дров.»
Und das heisst nicht: «Je leerer der Kopf, desto geschwätziger die Zunge.» Njet – Нет. Sondern je länger wir Russisch lernen, desto mehr ist zu sehen, zu ergründen, zu bewältigen. Und die Russischklasse bereitet sich ja auch auf eine Projektwoche mit den Russen und Russinnen des Gymnasiums Kirchenfeld vor! Ausserdem stehen dann in einem Jahr Zertifizierungsprüfungen an. Und in die Ukraine fahren wir bestimmt! Aber immer ganz nach dem Motto: «Не надо переживать» – nur kein Sausen im Frack, beziehungsweise im Pelzmantel! Geht dann schon.
Und übrigens: «Я работаю на уроке?» ist grammatikalisch korrekt (die Präposition на und der Präpositiv mit den Endung -e, «Arbeite ich in der Lektion?»). Die richtige Antwort darauf wäre: «Нет, не на уроке, а дома.» Zuhause!












































